Referendariat Archivwesen (m/w/d)

Das Stadtarchiv Augsburg sucht ab 1. September 2022

eine Bewerberin / einen Bewerber (m/w/d) für den Vorbereitungsdienst der vierten Qualifikationsebene der Fachlaufbahn Bildung und Wissenschaft, fachlicher Schwerpunkt Archivwesen (vormals „Höherer Archivdienst“) als Archivreferendar/Archivreferendarin.

Das Stadtarchiv Augsburg ist eines der größten Kommunalarchive Deutschlands und die zentrale Anlaufstelle für die Stadtgeschichtsforschung. Als Gedächtnis der Stadt und moderner Dienstleister der Verwaltung verwahrt das Archiv alle wichtigen amtlichen Unterlagen der heutigen Stadtverwaltung und ihrer Vorgänger. Diese Überlieferung, die vom 11. Jahrhundert bis zu heutigem digitalen Schriftgut reicht, wird durch umfangreiches Sammlungsgut ergänzt.

Durch das Archivreferendariat soll die Befähigung erworben werden, später die Leitung der Abteilung „Ältere reichsstädtische Bestände (vor 1806)“, der mehrere Mitarbeiter*innen angehören, zu übernehmen und künftig alle Aufgaben eines wissenschaftlichen Archivars/einer wissenschaftlichen Archivarin in diesem Fachbereich zu erfüllen.
Der hierfür zu absolvierende Vorbereitungsdienst, der bei der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns an der Bayerischen Archivschule in München angesiedelt ist, wird zum 01.09.2022 im Beamtenverhältnis auf Widerruf abgeleistet und dauert 24 Monate plus anschließendem Prüfungszeitraum. Er umfasst während dieser Zeit eine fachtheoretische und eine berufspraktische Ausbildung und ist durch die „Verordnung über den fachlichen Schwerpunkt Archivwesen“ (FachV-Arch) vom 3. Januar 2014 (BayRS 2038-3-1-9-VK, GVBl S. 7) geregelt. Die Ausbildung wird mit einer Qualifikationsprüfung abgeschlossen.

Voraussetzungen für die Einstellung der Bewerberin / des Bewerbers:

  • Erfolgreicher Abschluss eines Studiums der Geschichtswissenschaft an einer wissenschaftlichen Hochschule mit einer für den Einstieg in die vierte Qualifikationsebene anerkannten Hochschulprüfung (Diplom-, Magister- oder Masterabschluss oder ein als gleichwertig anerkannter Abschluss) oder der ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien mit einer Fächerverbindung mit Geschichte und mit einer schriftlichen Hausarbeit in Geschichte.
  • Ausgezeichnete Kenntnisse der lateinischen Sprache (im Umfang des Latinums) und der Grundkenntnisse der französischen Sprache im Umfang der Stufe B 1. Von dem Erfordernis des Vorliegens französischer Sprachkenntnisse kann mit der Auflage abgesehen werden, dass die Bewerberin / der Bewerber diese während des Vorbereitungsdienstes erwirbt und sich einer Feststellungsprüfung hierüber unterzieht.
  • Qualifizierte Kenntnisse in den historischen Hilfswissenschaften, insbesondere der Urkundenlehre und Schriftenkunde (z. B. durch die Vorlage von Belegen über die erfolgreiche Teilnahme an Übungen im Rahmen des Hochschulstudiums oder Nachweis über die Mitarbeit in Hochschulinstituten oder anderen wissenschaftlichen Einrichtungen).
  • Besitz der Deutschen Staatsangehörigkeit oder der Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedsstaates der Europäischen Union, der Schweiz, Liechtensteins, Norwegens oder Islands.
  • Nichtvollendung des 45. Lebensjahres zum Einstellungszeitpunkt.

Ferner erwarten wir:

  • Profundes Fachwissen zur bayerisch-schwäbischen Geschichte im Allgemeinen und zur Geschichte der Reichsstadt Augsburg im Speziellen
  • Selbstständige, ausdauernde und äußerst gewissenhafte Arbeitsweise

Wünschenswert sind:

  • Abgeschlossene oder kurz vor dem Abschluss stehende Promotion unter Verwendung archivalischer Quellen aus der deutschen, wenn möglich der bayerischen oder schwäbischen Geschichte mit dem Schwerpunkt Mittelalter / Frühneuzeit
  • Nachweise über einschlägige Erfahrungen in der archivischen Arbeit (z. B. Praktika oder befristete Tätigkeiten in einem Archiv) oder bestehende archivische Berufspraxis, vorzugsweise in einem Kommunalarchiv oder im Bereich älterer Bestände (Mittelalter/Frühneuzeit)

    Nach der Ausbildung ist, vorbehaltlich der Erfüllung der beamtenrechtlichen Voraussetzungen, eine Übernahme, zunächst im Beamtenverhältnis auf Probe, als Leitung der Abteilung „Ältere reichsstädtische Bestände (vor 1806)“ (Besoldungsgruppe A 13/14) vorgesehen. In dieser Funktion zählt zukünftig u. a. zu Ihren Aufgaben:

    • Konzipierung von Erschließungsstrategien sowie selbstständige Ordnung und Verzeichnung von Archivgut nach wissenschaftlichen Richtlinien
    • Pflege der Verwaltung historischer älterer Bestände, Durchführung von Beständeanalysen und Provenienzbereinigungen
    • Erstellung von Kriterienkatalogen für die Entwicklung und Priorisierung von Bestandserhaltungskonzepten
    • Kontaktpflege mit bedeutenden Personen und Institutionen, Steuerung und Gestaltung von Vertragsabschlüssen bei analogen Bestandsübernahmen
    • Planung, Kontrolle und konzeptionelle Weiterentwicklung des Benutzerbetriebs (inklusive des digitalen Lesesaals)
    • Beantwortung wissenschaftlicher Anfragen, Beratung von Archivbenutzern und Erstellung von wissenschaftlichen Gutachten
    • Konzipierung und selbstständige Durchführung von wissenschaftlichen Projekten im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und historischen Bildungsarbeit in analoger wie digitaler Form (u. a. Konzipierung von Ausstellungen, Mitwirkung an wissenschaftlichen Publikationen und Vorträgen, Intra- und Internetauftritten des Archivs einschließlich wissenschaftlicher Eigenbeiträge)
    • Teamleitung, Koordination und Anleitung der Arbeit von nachgeordneten Mitarbeiter/innen sowie Kontrolle von Arbeitsergebnissen

    Mit Abschluss der Ausbildung wird auch der Erwerb von Fähigkeiten zur sozialen Kompetenz und zur Führungskompetenz vorausgesetzt.

    Wenn Sie Interesse an dieser weiterführenden Ausbildung haben, so freuen wir uns auf Ihre Online-Bewerbung bis zum 23.01.2022.

    Weitere Auskünfte erhalten Sie unter: Stadtarchiv Augsburg, Tel. 0821/324 34152

         





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